Bald ein Million Flüchtlinge aus Venezuela, boykottierende Nachbarsstaaten und eine hochkomplexe Pattsituation im nationalen Kongress verunsichern inländische und ausländische Investoren. Dieser Artikel intendiert die verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Ereignisse rund um Peru richtig einzuordnen und aufzuzeigen, weshalb Peru gerade jetzt als geeignetes Investitionsziel anvisiert werden sollte.

Beginnen wir mit der Situation in Venezuela:

Seit das Land, mit den grössten Erdölreserven der Welt, anfangs 2014 in eine wirtschaftliche Rezession gefallen ist, haben nun über fünf Millionen Einheimische das Weite gesucht. Und solange dem vom Grossteil des Volkes verhasste Staatspräsident Nicolas Maduro nicht das Handwerk gelegt wird, werden aus den fünf Millionen gar sieben oder acht Millionen.

Um die enorme Hyperinflation, die bis Ende Jahr 10’000’000% erreichen könnte, zu stoppen, hat sich Venezuela in den letzten Jahren nach und nach bei Staaten wie Russland und China verschuldet. Es hat sich ein Schuldenberg angehäuft, den man niemals abbauen werden kann, sodass Russland und China kaum Interesse an einem politischen Sturz Maduro’s haben. Fleissig nutzen sie die von Maduro abgetretenen Erdölrechte und importieren Öl zum Spottpreis. Die Welt schaut zu.

Konsequenz für Peru

Von den knapp fünf Millionen Flüchtlingen aus Venezuela hat Peru etwa 900’000 aufgenommen. Im Gegensatz zu Brasilien oder Kolumbien hat Peru seine Grenzen jedoch wesentlich selektiver geöffnet. Dies brachte dem Land sehr viel qualifizierte Arbeitskräfte ein, die gemäss einer Studie der Weltbank im Jahr 2021 zu einem BIP-Zuwachs von 0.23% (rund 500 Millionen) beitragen werden.

Kommen wir zu den jüngsten Demonstrationswellen die sich wie ein Lauffeuer auf dem Kontinent verbreiten. Angefangen mit den Protesten in Chile Mitte Oktober wegen einer angedrohten Fahrpreiserhöhung der Metro de Santiago. Kurz darauf in Quito, Ecuador, als Präsident Lenin Moreno auf Treibstoffsubventionen zur Reduzierung der Staatsverschuldung verzichten wollte. Jetzt auch in Bolivien (Wahlbetrug) und Kolumbien (mögliche Änderungen der Mindestlohn-, Renten- und Steuerreformen sowie der Privatisierung von Staatsunternehmen), die von den zunehmenden Ungleichheiten in Lateinamerika satt sind.

Ob links oder rechts, die Bevölkerung hat genug von den leeren Versprechungen ihrer Staatshäuser. Das grosse Problem das hinter all diesen Demonstrationen liegt nennt sich Neoliberalismus. Eine auf Korruption höchst anfällige politische Praxis, die Lateinamerika seit Jahren betreibt. Durch die Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen wie dem Kranken-, oder Bildungssystem, bleibt der Unterschicht der soziale Aufstieg praktisch verwehrt. Der Versuch der Staatsschuldenreduktion lastet ebenfalls auf der Schulter der Unterschicht, wie die obengenannten Beispiele zeigen. Die Schere zwischen arm und reich wird somit immer grösser.

Peru

Peru – San Martin Square, in Lima, Peru; heruntergeladen von renespoints.boardingarea.com

Konsequenz für Peru:

Wie heisst es so schön, des einen Leid ist des anderen Freud. Die politischen Unruhen in den Nachbarsländern könnte Peru in naher Zukunft sehr in die Karten spielen. Je mehr Staaten wie Chile und Ecuador in die Krise rutschen, desto attraktiver wird Peru als Investitionsziel.

Kommen wir zuletzt auf die Situation in Peru zu sprechen. Dort spielt sich momentan ein politisches Fiasko ab. Nach monatelangem Machtringen zwischen Exekutive und Legislative um Anti-Korruptions-Reformen löste der Präsident Martin Vizcarra anfangs Monat den Kongress auf. So warf er den Abgeordneten Verzögerungs-, und Verschleierungstaktiken zur Vertuschung der Korruptionsskandale vor. Die Opposition hingegen berief sich kurz darauf auf eine Verfassungswidrigkeit und berief eine Interimspräsidentin. Nach nur einem Tag begab diese jedoch ihren Rücktritt bekannt. Denn Vizcarra geniesst sowohl die Unterstützung des Volkes sowie der Polizei und des Militärs. Eins steht jedoch klar, das Vertrauen zur Regierung in Peru ist zerbrochen und Neuwahlen müssen her. So heisst es in Peru zu Tage „Alle müssen gehen!“.

Konsequenz für Peru:

Die gegenwärtige politische Unsicherheit im Land hält momentan zwar viele Investoren zurück, doch so wird sich dies spätestens Anfangs 2020 bei den Neuwahlen wieder erholen. Sollte es dadurch gelingen die Korruption im Land zu einem Grossteil zu besiegen, liegt in Peru einer der Geheimfavoriten für die wirtschaftliche Entwicklung Lateinamerikas.

Zusammenfassend unterstreichen also gleich drei der momentanen Entwicklungen in Lateinamerika die Attraktivität Perus als Expansionsstandort. Sowohl qualifizierte Arbeitskräfte aus Venezuela, krisenanfällige Nachbarsländer und anstehende Neuwahlen können in den nächsten Jahren positiv zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beitragen. Wenn sie wissen möchten, wie sie sich optimal auf diese bevorstehende Wende vorbereiten möchten und Peru als Investitions-, oder Expansionsziel anvisieren, kontaktieren sie einen unserer Berater.

Tim Stingelin

Tim Stingelin

Praktikant für Market Entry Consulting

Als Praktikant für Market Entry Consulting habe ich eine Vielzahl von Aufgaben: Unterstützung in der Kundenkorrespondenz, Kundenberatung, interne Kommunikation, Marketingstrategie, Inhaltserstellung und Sales/Business Development für die DACH-Region sowie die USA und Kanada.

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